26 Feb. Bio-Monitoring 2025: Einblicke in den Bericht der Ökologischen Baubegleitung
Arten-Monitoring im Solarpark: Warum wir genau hinschauen
Der Bau eines Solarparks ist weit mehr als nur ein technisches Projekt. Es ist ein Eingriff in einen bestehenden Naturraum, der Verantwortung mit sich bringt. Um sicherzustellen, dass die Energiewende nicht zulasten der Artenvielfalt geht, haben wir den gesamten Prozess durch eine Ökologische Baubegleitung (ÖBB) und ein engmaschiges Monitoring absichern lassen. Aber wozu ist dieser Aufwand eigentlich gut?
Monitoring als Schutzschild und Kompass
Das Monitoring dient nicht nur der Dokumentation, sondern ist ein aktives Steuerungsinstrument. Es stellt sicher, dass gesetzliche Schutzvorschriften (wie das Bundesnaturschutzgesetz) während der Bauphase strikt eingehalten werden. Die Experten der ÖBB waren in Petershagen regelmäßig vor Ort, um Konfliktsituationen für Brutvögel, Amphibien und Reptilien frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden. Statt pauschaler Vergrämungsaktionen wurde auf diese Weise ein maßgeschneiderter Schutz ermöglicht, der die Tiere – wo möglich – in ihrem Lebensraum belässt.
Überraschende Ergebnisse: Vielfalt statt Monokultur
Beim Lesen des Berichts lohnt sich der Blick auf die Details. Denn die Verwandlung des ehemaligen Intensivackers in eine ökologisch wertvolle Fläche begann bereits während der Bauzeit:
- Zunahme der Vogelarten: Während vor Baubeginn lediglich fünf Vogelarten auf dem Ackerland festgestellt wurden, stieg diese Zahl während der Bauphase auf 12 Arten an.
- Erfolg für die Feldlerche: Trotz der Bautätigkeit blieb die Feldlerche die am häufigsten beobachtete Art. Besonders erfreulich: Es konnten Altvögel bei der Fütterung ihrer Jungen direkt auf dem Baustellengelände beobachtet werden, was den Erfolg lokaler Bruten belegt.
- Neue Habitatstrukturen: Durch die Installation der Ständerkonstruktionen entstanden neue Jagdwarten für Greifvögel wie Turmfalken und Mäusebussarde, die nun häufiger im Gebiet gesichtet werden.
- Schutz der „Seltenen“: Auch streng geschützte Arten wie die Grauammer konnten kontinuierlich im Gebiet nachgewiesen werden.
Konkrete Maßnahmen vor Ort
Das Monitoring stellte sicher, dass ökologische Versprechen auch in die Tat umgesetzt wurden. Zu den kontrollierten Maßnahmen gehörten unter anderem:
- Kleintierschutz: Gruben und Gräben wurden mit Ausstiegshilfen versehen, um Fallen für Amphibien und andere Kleinsäuger zu vermeiden.
- Durchlässigkeit: Die Umzäunung wurde bewusst mit einem Bodenabstand von ca. 15 cm geplant, um die Wanderwege für kleine Tierarten offen zu halten.
- Habitat-Recycling: Während der Bauarbeiten gefundene Feldsteine wurden nicht entsorgt, sondern gezielt zu Lesesteinhaufen aufgeschichtet – ideale Rückzugsorte für Reptilien und Kleinsäuger.
- Nisthilfen: Zur Unterstützung der Ansiedlung wurden gezielt Nistkästen für Vögel (z. B. Wiedehopf) und Fledermauskästen installiert.
Langfristige Perspektive: Von der Baustelle zum Biotop
Unsere Verantwortung endet nicht mit dem Abschluss der Bauarbeiten. Das Monitoring bildet die Basis für das nun startende biodiversitätsfördernde Pflegekonzept. Künftig sorgt eine sanfte Schafbeweidung für die Offenhaltung der Flächen; auf den Einsatz von Pestiziden wird – so wie in allen unseren Parks – verzichtet. Dies gibt insbesondere Reptilienpopulationen die Chance, sich langfristig zu erholen.
Fazit: Ein zertifizierter Erfolg
Die Ergebnisse zeigen: Der Solarpark Petershagen erfüllt bereits jetzt vier der fünf strengen naturschutzfachlichen Mindestkriterien des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG 2023). Der Bericht bestätigt, dass die Anlage die Biodiversität auf dem ehemaligen Ackerstandort nicht nur schützt, sondern aktiv verbessert.
Wir bleiben dran: Die nächste systematische Kartierung im Jahr 2027 wird uns zeigen, wie sich die Natur in ihrer neuen „Energie-Oase“ weiter entfaltet.